Lalo

 

Am 23. Januar 1987 gebar meine Mutter einen Sohn. Darauf beruht die gängige Theorie, dass ich an diesem Tag zum ersten Mal das Licht der Welt erblickte. Eindeutige Beweise gibt es dafür aber nicht. Gut versorgt und ordentlich durchgeimpft dümpelte ich als sozialistisches Kind durch mein junges Leben. Dabei bemerkte ich gar nicht richtig, wie der Sozialismus wegrationalisiert wurde. Alles zugunsten von Coca Cola und anderer toller Dinge, die wir jetzt haben und früher nicht hatten, ich aber gerade nicht näher benennen kann. Laut Erikson war ich während der Wende in der Lebenskrise "Autonomie vs. Scham und Zweifel". Erst war Autonomie, dann Scham und Zweifel, passend nicht wahr?

Aber jetzt fallen mit doch noch drei Errungenschaften der westlichen Welt ein. "Jurassic Park", "MacGyver" und "Akte X" waren maßgeblich an meiner Erziehung beteiligt. Allerdings wurde ich auch bald eingeschult und dann ging es steil bergab. Nach Beendigung der Realschule entschied ich mich gegen Abitur. Das hatte nichts mit meinem bescheidenem Notendurchschnitt zu tun, ganz bestimmt nicht, nein. Ich hatte keine Lust mehr, die Schulbank zu drücken. Mal ganz ehrlich, wer die Schulzeit schön fand, ist geisteskrank. Wie gesagt, weil ich keine Lust mehr auf die Schule hatte und direkt in das wahre Leben durchstarten wollte, ging ich noch insgesamt sieben weitere Jahre zu verschiedenen Schulen. Unter anderem machte ich eine Ausbildung zum MTA und zum Ergotherapeuten, dass andere hab ich vergessen. Die Schulzeit wurde zeitweise unterbrochen, in dem ich meinen Grundwehrdienst leistete, wo ich mich auch nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert hatte. Jedenfalls habe ich rückblickend betrachtet wohl eher ein ambivalentes Verhalten zur Schule.

Was aber viel wichtiger ist, in diesen Jahren wurde ich durch DRZGL geprägt und DRZGL durch mich. Von Anfang an war ich dabei und gab meinen Senf dazu. Mit gefühlten dreitausend Synchronstimmen, die sich alle gleich anhören, vertonte ich die absurdesten Rollen, die es gab. Mittlerweile arbeite ich so professionell, dass ich nicht einmal mehr zwingend Schnaps brauche, um spaß daran zu haben. Aber ich habe auch noch viele andere Interessen außerhalb von DRZGL, z. B. mag ich Nekromantie, lustige Tüfteleien wie Sprengkörper und andere Dinge, die wehtun. Wer sorgsam gelesen hat, weiß warum. Daraus bildete sich mein zweites bedeutendes Hobby, die Gladiatur. Ich bin bereits seit Jahren Gladiator, nein nicht digital, sondern analog. Als Retiarius Kerberus finde ich meinen seelischen, geistigen und körperlichen Ausgleich zu den sozialen Berufen, die ich gelernt habe. Da wird doch glatt jeder Bergmönch neidisch.

 

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